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Neubau Wohnkomplex Turmstrasse 23 - 27 in Wismar

2. Preis

Die Bauaufgabe

 

Die städte- und hochbauliche Aufgabe ist es, den Blockrand an der Ecke Turmstraße / Bergstraße zu schlissen und ca. 30 Wohnungen mit einer Tiefgarage unter Berücksichtigung der Gestaltungs-satzung der Altstadt und den Vorgaben einer modernen Wohnungswirtschaft zu planen. 

Das zu bebauende Grundstück umfasst die Flurstücke 1806 bis 1815. Mit Ausnahme der Flurstücke 1806 und 1815 sind die Einzelgrundstücke, bzw. Parzellierungen sehr schmal. Ursprünglich waren die Parzellen in privatem Einzllbesitz, was sich bei den Fassaden widerspiegelt. Die Stadt- bzw. Einzelhaus-Anmutung wird durch verspringende Sockel-, First und Traufhöhen unterstützt. In Richtung Norden fällt das Terrain um ca. 1,00 Meter ab. Von der Turmstraße bis zur nordwestlichen Grundstücksgrenze steigt es hingegen um bis zu 1,35 Meter an. Den wertvollen Baubestand in der Nordwestecke des Baugrundstückes gilt es zu erhalten. Ein ausreichender Freiraumanteil ist zu gewährleisten. 

 

Die Erschließung

 

Der gemeinsame Innenhof der neu bebauten Parzellen (in Anlehnung an die historischen Grundstücksparzellen) wird fußläufig über zwei straßenseitige Zugangstore erreicht. Dieses Motiv wird aus der Turmstraße 13-15 aufgegriffen. Die 30 Wohnungen werden über 3 Treppenhäuser erschlossen. Entsprechend der Auslobung ist ein Treppenhaus mit einem Aufzug ausgestattet. Für die beiden anderen Treppenhäuser ist eine Nachrüstung der Liftanlage jeweils im Treppenauge sehr einfach möglich. Die Häuser sind als 3 und 4-Spänner angelegt. Hierdurch kann ein viertes Treppenhaus eingespart werden. Die Hauseingänge liegen analog zu den angrenzenden Häusern tiefer in der Fassade als die Fenster. So ergibt sich ein natürlicher Regenschutz.

 

Das Erdgeschoss

 

Bis auf die beiden kleinen Wohnungen an der Gebäudeecke Turmstr. 25 / Bergstr. erhalten sämtliche Erdgeschosswohnungen eine Terrassenfläche zum Hof. Aufgrund der Gestaltungssatzung muss für die zwei Wohnungen auf einen straßenseitigen Balkon verzichtet werden. Als Ausgleich kann die hofseitige Gartenfläche genutzt werden.

 

Die Fassadengestaltung

 

Analog zur Aufnahme der grundrisslichen Parzellierung soll auch bei den beiden Straßenansichten der Typus des individuellen Stadthauses wie in der Nachbarschaft erkennbar sein.

Die Anordnung und Ausbildung der Erschließungselemente (Tore und Treppenhäuser), die unterschiedliche Farbigkeit, minimal verspringende Sockelhöhen (Geländetopographie) und differierende Trauf- und Firsthöhen verstärken diesen Einzelhauscharakter.

Der Einsatz von Gesimsen und Dachgauben wird sparsamer und in gestalterisch reduzierterer Form als in der Nachbarschaft vorgenommen. Die Fensterformate werden von den Proportionen her aus der Nachbarschaft übernommen. Die Anzahl der Formate ist stark begrenzt.

Um ein freundliches und unaufgeregt ruhiges Erscheinungsbild des Ensembles erreichen zu können (ohne Einsatz von zu grellen oder tristen Farben), sollen nur zwei Fassadenfarben verwendet werden: weiß und RAL 120-4/120-5 (sandfarben in Richtung hellbrau). Wir sind der Meinung, dass entgegen der Gestaltungssatzung ein zusätzliches Gestaltungselement zum Einsatz kommen sollte: die Oberflächenstruktur. Zur Akzentuierung sollte neben einem glatten schwach farbigem Putz eine scharrierte oder unregelmäßige Besenstrich-Putzstruktur zum Einsatz kommen (siehe Fassadenausschnitt).

Im Zusammenspiel mit dem Material Holz für die Hauseingangs-Türblätter und den unterschiedlich ausgeführten Rücksprüngen der Hauseingänge - mit seinem Schattenspiel - ergeben sich fein gestaltete und zeitgemäße Hauseingänge in historischem Kontext.

 

Das Regelgeschoss (1. und 2.OG)

 

Die drei an der Bergstraße gelegenen kleinen Wohnungen erhalten gem. Gestaltungssatzung keine Balkone. Als Ausgleich erhalten sie einen gemeinsamen Freisitz im Bereich der hofseitigen Grünfläche. Die anderen sieben Wohneinheiten verfügen über großzügige nach Westen orientierte Balkone.

 

Das Dachgeschoss

 

Entsprechend Gestaltungssatzung wird das Dach zur Turmstraße als Steildach ausgebildet. Die Belichtung erfolgt über Gauben. Zur Hofseite wird eine durchgängige Dachterrasse geplant. Die Zweispänner-Wohnungen erhalten ihre Abstellräume auf gleicher Ebene. Die Dachgeschosse an den beiden Treppenhäusern ohne Aufzüge werden im ersten Bauabschnitt aufgrund des begrenzten. Budgets zunächst nicht ausgebaut.

 

Die Wohnungen

 

Entsprechend den Vorgaben der Auslobung sind 30 Wohneinheiten mit insgesamt 2.002 m2 Wohnfläche geplant (siehe Wohnungsschlüssel). Darüber hinaus befindet sich im Dachgeschoss eine Ausbaureserve von 294 m2 Wohnfläche. Das zur Verfügung stehende Budget sieht die Realisierung der vier zusätzlichen Wohnungen im 1. Bauabschnitt jedoch nicht vor. Die 10 barrierefreien Wohnungen werden über das Treppenhaus mit dem Aufzug erreicht und liegen jeweils übereinander.

 

Die Tiefgarage

 

Aufgrund der angestrengten Parkplatzsituation in der Altstadt galt es einen Schlüssel von mindestens 1,0 umzusetzen. Für die 30 Wohnungen stehen 31 Stellplätze zur Verfügung. Hiervon sind drei behindertengerechte Stellplätze und acht Doppelparker. Aufgrund des nach Nordosten abfallenden Terrains wurde die Zufahrtsrampe zur Tiefgarage an den nordwestlichen Rand verlegt. Dies minimiert die Rampenlänge. Die Doppelparker wurden im Bereich der südöstlichen Gebäudeecke positioniert um die größere Geschosshöhe auszunutzen. Aufgrund des begrenzten Budgets und um den Baumbestand zu erhalten, wurde darauf verzichtet, die Tiefgarage weiter auszudehnen. Über Schleusen können die Stellplatzmieter jeweils „trockenen Hauptes“ die Treppenhäuser zu ihren Wohnungen erreichen.

 

Kellergeschoss

 

Dort werden sämtliche Mieterkeller für die Geschosse EG bis 2. OG untergebracht. Darüber hinaus werden auf dieser Ebene die notwendigen Technikflächen angeordnet.